KONTAKTIEREN SIE UNS

Wir freuen uns jederzeit über eine kurze Nachricht.

Für die Anfrage zu einer OKR Beratung nutzen Sie direkt unser Beratungsformular - dann können wir Ihnen gleich die richtigen Informationen senden und mit dem passenden Ansprechpartner verbinden.

Hier direkt eine Beratung anfragen.

Ludwig-Ganghofer-Straße 27
Grünwald, BY, 82031
Germany

+49.89.21543233

Murakamy hilft Unternehmen dabei, erfolgreicher zu sein. Wir verstehen uns dabei nicht als klassische Unternehmensberatung. Wir sind Unternehmer, die anderen Unternehmern helfen, wenn sie einmal Hilfe brauchen.

Fokus durch Context Engineering: Was wir von LLMs lernen können

Murakamy OKR Blog

Inspirierende Veröffentlichungen, kurze Einblicke in unser Denken, Anreize zum Nachdenken - all dies bietet dieser Blog als Sammlung zu den Themen Entrepreneurship, Management und Leadership. 

Fokus durch Context Engineering: Was wir von LLMs lernen können

Luisa Lazarovici

Claude Code hat uns einen neuen Blick auf das Thema Fokus ermöglicht. Durch die Entdeckung einiger Claude-Plugins haben wir kürzlich faszinierende Sprünge in der Qualität unserer Arbeit mit LLMs in umfangreichen Projekten gemacht. Dabei ist uns eines klar geworden: Wenn man versucht, einer künstlichen Intelligenz etwas „beizubringen“, lernt man erstaunlich viel über die Zusammenhänge bei der Zusammenarbeit zwischen Menschen.

Doch was hat das konkret mit Fokus zu tun?

LLMs haben – unterschiedlich lange – Aufmerksamkeitsspannen (sogenannte Context Windows), also eine begrenzte Menge an Inhalt, die sie gleichzeitig präsent haben können. Ist das Context Window voll, vergessen sie die Dinge vom Anfang der Diskussion. Die Unterhaltung gerät aus dem Ruder oder die Ergebnisse passen nicht mehr zu den ursprünglich definierten Rahmenbedingungen.

Das kommt uns bekannt vor – wir machen ja selbst recht ähnliche Erfahrungen. Spannend fanden wir, wie neue Frameworks damit umgehen: durch das bewusste Managen von Kontext (Context Engineering). Dabei ordnen wir Details in das Big Picture ein und fassen sie gezielt zusammen. Solange die Modelle noch nicht alles gleichzeitig berücksichtigen können, schneiden wir die Aufgaben so klein, dass alle benötigten Informationen inklusive der Arbeitsschritte in das „Gedächtnis“ passen.

Mit anderen Worten: Das LLM fokussiert sich auf die Aufgabe, die als Nächstes vor ihm liegt – und ignoriert den Rest. Zumindest für den Moment. Das ist quasi der exakte Gegenentwurf zum ohnehin mythischen Multitasking.

Fokus als Kunst des Weglassens


Klar ist: Fokus entsteht, wenn wir versuchen, grundsätzlich wenige Dinge gleichzeitig zu erstreben. Nicht ohne Grund heißt unser OKR-Guide „Die Kunst, die richtigen Dinge nicht zu tun“. Wenn wir uns dann auf eine Sache stark fokussieren – und idealerweise noch einen gewissen Zeitdruck verspüren – dann geht richtig etwas voran.

Die Sache hat leider ein paar Haken, die wir alle kennen:

  • Die meisten Unternehmen schaffen es nicht, sich auf diese wenigen Dinge zu verständigen.

  • Das moderne Leben besteht nicht nur aus der beruflichen Rolle; in diversen anderen Rollen lauern ebenfalls Themen, die einer monothematischen Fokussierung entgegenwirken.

  • Wenn wir den Trick mit dem Zeitdruck auf mehrere Themen parallel anwenden, entfaltet er keinen Vortrieb mehr, sondern führt zu Resignation und Überforderung.


Unsere Beobachtung: Fokus passiert im Moment


Fokus entsteht eher im Zeitpunkt statt im Zeitraum. Diesen können wir versuchen, entsprechend zu orchestrieren. Die Lektüre von Mihály Csíkszentmihályis Flow liegt zwar schon etwas zurück, aber wenn wir uns recht erinnern, entsteht dieser Zustand nicht für Monate am Stück, sondern für einige kostbare Momente.

Wenn wir die Logik des Context Engineering auf die Ziele im Unternehmen oder im Team anwenden, lässt sich dieser fokussierte Zustand reproduzierbar herstellen: Wir brechen die Quartalsziele auf die Ebene von Wochen und Tagen herunter und definieren dabei präzise die Intention und den Kontext.

Was wir dafür brauchen? Ein gemeinsames Verständnis darüber, welches konkrete Ziel mit dem nächsten Schritt verfolgt wird, welche Rollen involviert sind und welche Verantwortlichkeiten sie tragen, welche Ressourcen (nicht) zur Verfügung stehen und welche Informationen nötig sind, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.
Wenn wir es schaffen, in unseren wöchentlichen Abstimmungen diese Klarheit herzustellen, sodass immer das jeweils nächste Problem gelöst werden kann, ergibt sich daraus eine Reihe an Flow-Momenten, die in Summe für enorme Konzentration sorgen. Um es mit Anne Lamott zu sagen: „Bird by Bird“.

Fokus bei beruflichen Zielen ist für uns also weniger mit dem Schreiben einer Diplomarbeit zu vergleichen, als vielmehr mit der sauber orchestrierten Aneinanderreihung von Momenten, in denen wir Zeit zum Arbeiten haben und exakt wissen, was wir benötigen, damit der nächste Schritt sitzt.

Da die Fähigkeit, den Fokus zu halten, mit der Zeit abnimmt, bauen wir bewusst kurze Breaks ein, um unser „Context Window“ wieder zu leeren – und dann mit dem nächsten klar umrissenen Schritt weiterzumachen.


In diesem Sinne: /clear und ab in den Flow.