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Was bedeutet Digitalisierung eigentlich?

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Inspirierende Veröffentlichungen, kurze Einblicke in unser Denken, Anreize zum Nachdenken - all dies bietet dieser Blog als Sammlung zu den Themen Entrepreneurship, Management und Leadership. 

Was bedeutet Digitalisierung eigentlich?

Marco Alberti

Alle Welt spricht von Digitalisierung. Und davon, dass sie die Welt verändert. Disruptive ist das eng mit der Digitalisierung verbundene Zauberwort. Eine Veränderung, die sichtbar wird, Umbruch erzwingt und teils sogar Zerstörung hinterlässt. Alte Strukturen und gewohnte Abläufe existieren teils nicht mehr, wenn sie wirklich disruptive war, die Digitalisierung.

 

Dabei ist die Digitalisierung per se keine Verbesserung per Definition. Ein Buch wird inhaltlich weder besser noch schlechter, wenn man es auf einem eReader liesst, statt es womöglich aufwändig durch die Welt zu schleppen. Der Zugang und der Umgang mit dem Buch als solches hingegen wird, wenn nicht zwingend besser, dann zumindest anders. Was das angeht scheint sich zumindest Content von Verfügbarkeit und Verwaltung zu trennen. 

 

Digitalisierung hat in unseren Augen ein paar wesentliche Kernelemente, die dazu führen, dass sie eine Verbesserung hervor ruft. Diese sind im Wesentlichen:

 

  • Transparenz
  • Reichweite
  • Geschwindigkeit
  • Automation
  • Skalierbarkeit

 

Wenden wir uns zunächst der Transparenz zu. Auf einem für einen Wirtschaftstheorektiker wünschenswertem Markt liegen einem alle Informationen vor, die man zum Treffen einer Entscheidung benötigt. Dabei hat vor allem meist das Gegenüber Interessen, die dem Vorhandensein dieser Informationen entgegen laufen. Eine undurchsichtige Marktlage treibt den Preis in die Höhe, da der Käufer seine Kaufentscheidung aufgrund nicht vollständig vorliegender Informationen nicht ausreichend bewerten kann. Von dieser Intransparenz lebt vor allem der Handel, der manchmal, ausser der reinen Verfügbarkeit, recht wenig Mehrwerte beisteuert. 

 

Um dem Thema der fehlenden Transparenz zu begegnen wurden vor Urzeiten die klassischen Marktplätze gegründet, auf denen man mit verhältnismässig geringem Aufwand einen recht brauchbaren Überblick über die lokalen Angebote gewinnen konnte. Innerhalb einer lokal begrenzten Umgebung war man nun an einen Marktpreis gebunden, wollte man Geschäfte denn auch in höheren Stückzahlen zum Abschluss bringen. Dieses Prinzip wurde von der Digitalisierung übernommen und ins Netz übertragen. Zunächst wurden Marktplätze für alle Arten des Handels digital abgebildet. Kurze Zeit später folgte eine neue Gattung, die der Plattformen. Plattformen gehen in der Regel weit über den reinen Handel hinaus und beschäftigen sich aktiv mit der Vermittlung und steuern teils gesondert Mehrwerte hinzu.

 

Ein großer Treiber der Digitalisierung ist neben der Transparenz die Reichweite. Die Reichweite eines Angebotes ist in der Regel nun nicht mehr lokal begrenzt sondern kann überregional oder sogar weltweite Ausmaße annehmen. Neben der reinen Auffindbarkeit lässt sich aber vor allem deutlich einfacher Aufmerksamkeit für ein Angebot erzeugen, da sich die Kommunikationskanäle mit deutlich geringerem Aufwand steuern lassen, als dies in den klassischen Formen der Fall war.

 

Um eine Vergleichbarkeit zwischen den Angeboten herzustellen bedarf es vor allem auch der Geschwindigkeit in der Verteilung von Informationen. Digitalisierung bedeutet förmlich Gleichzeitigkeit. Die Information wird aus einem Sachverhalt abgeleitet und steht fast in der gleichen Sekunde an einer anderen Stelle zum Treffen eine Entscheidung zur Verfügung. Die Geschwindigkeit der gesamten Wirtschaft wird dadurch extrem beschleunigt, da einige Prozesse keinen Unterschied von mehreren Tagen mehr haben sondern in wenigen Sekunden realisiert werden können. Lagen zwischen Angebot und Kauf früher Tage oder Wochen werden solche Entscheidung heute oftmals in Sekunden getroffen. 

 

Um die Flut der durch die gestiegene Transparenz und Reichweite anfallenden Informationen verarbeiten zu können braucht es nicht nur Geschwindigkeit, sondern vor allem Automation. Diese folgt klaren Regeln, die im Vorfeld festgelegt werden, damit Entscheidungen in Prozessen getroffen werden können. Die Digitalisierung treibt das Treffen von Entscheidungen als pauschale Aussage, wenn bestimmte Parameter erfüllt sind. Somit setzt man heute viel mehr auf Grenzbereiche, innerhalb derer die Entscheidung zu Gunsten der einen oder der anderen Alternative getroffen wird. Automation hält zur Optimierung der Prozesse an und beschleunigt das Durchdenken der möglichen Alternativen und ihrer Ausprägungen, da aufgrund der Grenzwertbetrachtung die Entscheidungen schon im Vorfeld zu treffen sind. Wenn es denn erst einmal soweit ist, dass eine Information mit einem gewissen Parameter vorliegt geht es im Zweifel nur noch um reine Exekution und nicht mehr um den Prozess der Entscheidungsfindung. 

 

Trifft man auf Digitalisierung in Reinform, gibt es einen Vorteil, der sich so sonst nur schwer umsetzen lässt. Die Skalierbarkeit. Klassische Wertschöpfung, die mit Aufwand je produzierter Einheit verbunden ist skaliert einfach nicht. Oder zumindest nur sehr schwer. Im Vergleich dazu lassen sich rein digitale Produkte nahezu unbegrenzt skalieren. Sie benötigen dazu meist nur sehr geringe Aufwendungen wie mehr Speicherplatz oder Rechenleistung. Und auch das nimmt einem heute die Cloud sogar fast stufenlos ab. Reine Content- oder Softwareprodukte sind daher in der Skalierbarkeit nahezu unschlagbar. Das macht sie quasi nicht zu per se besseren Produkten, aber aus einer Business-Plan Sicht zu extrem reizvollen Innovationsobjekten. Und Investitionsobjekten. 

 

Für die disruptive Veränderung, die die Digitalisierung treibt, ist es vor allem ein Vorteil, der wiederum auf die Geschwindigkeit einzahlt. Transparente, automatisierte Prozesse mit klaren Rahmenbedingungen, die sich stufenlos und einfach skalieren lassen sind einfach extrem schnell. Und damit hängen sie einige der klassischen Prozesse ab, die noch mit hohem manuellem Aufwand Informationen verarbeiten oder Entscheidungen erst treffen, wenn alle Informationen vorliegen - und eben nicht vorher.

 

Das anfängliche Beispiel zeigt es; wahre Qualität von Ideen oder Inhalten bleibt von der Digitalisierung oft unbeeindruckt. Die Prozesse drum herum sind es nicht. Und so kommt es, dass die Digitalisierung z.B. zunächst die Taxifahrer von den Zentralen befreit, um dann im nächsten Schritt die Taxifahrer selbst vor eine Wettbewerbssituation zu stellen, mit der sie nicht gerechnet hatten. Die Qualität der Leistung, nämlich der Fahrt an sich, wird sich an einer anderen Stelle entscheiden - und sich dann für das eine oder das andere Modell durchsetzen.

 

Die Digitalisierung eines Produktes, eines Marktes , einem Service oder eines einzelnen Prozesses kann all diese Kernelemente beinhalten, muss es aber nicht zwingend. Ob die Umstellung dann letztendlich „disruptive“ ist, entscheidet zu guter letzt noch immer der Kunde.  Und das ist gut so.