#133 Wie denkt ein Think Tank das Übermorgen, Prof. Nikolaus Lang?
Luisa Lazarovici
TL;DR
Ein Think Tank denkt dort weiter, wo operative Strategie endet – entscheidend sind nicht Quartale, sondern Technologien, Konflikte und Machtverschiebungen der nächsten Jahrzehnte.
KI wird Unternehmen weniger disruptiv ersetzen als organisatorisch herausfordern – der Engpass liegt nicht im Modell, sondern in Prozessen, Führung und Umsetzung.
Europa unterschätzt seine eigenen Fähigkeiten – starke Forschung trifft auf schwache Skalierung, fragmentierte Regulierung und zu geringe Investitionen.
Die globale Ordnung verschiebt sich historisch zurück, nicht radikal neu – Chinas wirtschaftlicher Aufstieg wirkt eher wie eine Rückkehr zur alten Balance als wie eine Ausnahme.
Im Murakamy Podcast spricht Professor Dr. Nikolaus Lang, Leiter des BCG Henderson Institute, darüber, wie ein Think Tank das „Übermorgen“ denkt. Im Fokus steht die Frage, welche technologischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Unternehmen schon heute strategisch vorbereiten müssen. Das Institut fokussiert sich als strategischer Think Tank auf Langfristthemen (z.B. Makroökonomie, Geopolitik, Klima, Tech/AI, Human Futures und Strategie), fernab operativer Beratung, mit einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren. Forschungsthemen entstehen durch CEO-Dialoge, Praxisgruppen und ein Advisory Board. Finanziert wird das Institut rein intern durch BCG, was Unabhängigkeit und Fokus auf neuartige, konträre und über den Tellerrand hinausgehende Themen ermöglicht. Außerdem erklärt Lang, warum technologische Souveränität kaum vollständig erreichbar ist, weshalb Europa oft erst unter massivem Druck handlungsfähig wird und was sich aus historischen Machtverschiebungen für die nächsten Jahrzehnte ableiten lässt.
00:00–04:30 | Warum ein Think Tank das „Übermorgen“ untersucht Langfristige Strategie beginnt dort, wo operative Unternehmensplanung endet.
04:30–11:30 | Wie das BCG Henderson Institute arbeitet CEOs, Forschung und externe Experten liefern die Signale für Zukunftsthemen.
11:30–18:30 | Strategie in einer instabilen Welt Unternehmen müssen Entscheidungen treffen, obwohl Systeme zunehmend unkontrollierbar wirken.
18:30–27:50 | Warum KI langsamer wirkt als viele erwarten Technologie verändert Organisationen erst dann, wenn Prozesse tatsächlich umgebaut werden.
27:50–33:30 | Der KI-Machtkampf zwischen USA und China DeepSeek zeigt, wie schnell technologische Dominanz herausgefordert werden kann.
33:30–42:10 | Die neue Fragmentierung der Weltordnung Handel, Regulierung, Technologie und Migration entwickeln sich wieder blockartig.
42:10–50:50 | Europas Chancen zwischen Forschung und Regulierung Starke Grundlagenforschung scheitert häufig an Kapital, Skalierung und Umsetzung.
50:50–01:01:20 | Warum digitale Souveränität begrenzt bleibt Selbst Supermächte kontrollieren ihre technologischen Wertschöpfungsketten nicht vollständig.
01:01:20–01:10:30 | Nachhaltigkeit ist vom Narrativ zur Umsetzung geworden Die Aufmerksamkeit sinkt, aber die operative Transformation läuft weiter.
01:10:30–Ende | Was Geschichte über die Zukunft verrät Viele aktuelle Machtverschiebungen folgen historischen Mustern stärker als neuen Ideologien.
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