#144 Warum ergeben 90% aller Meetings keinen Sinn, David Hillmer?
Luisa Lazarovici
TL;DR
Serientermine müssen ihren Nutzen immer wieder beweisen – Was aus Gewohnheit im Kalender bleibt, bindet Arbeitszeit lange nach dem Ende seines ursprünglichen Zwecks.
Informationsweitergabe braucht keinen gemeinsamen Termin – Wenn keine unmittelbare Rückmeldung nötig ist, verschafft asynchrone Kommunikation den Empfängern mehr Freiheit bei der Verarbeitung.
Ein Workshop entsteht durch aktive Mitarbeit – Gemeinsame Zeit wird produktiv, wenn alle an einer konkreten Fragestellung arbeiten und verwertbare Ergebnisse festhalten.
Der nächste Termin ist noch kein Fortschritt – Zwischen zwei Treffen braucht ein Thema jemanden, der es verantwortlich voranbringt.
Im Murakamy Podcast spricht Marco Alberti mit David Hillmer, Mitgründer von HelloAgile und Co-Autor von „Kill Meetings“, über volle Kalender und die Frage, welche Zusammenarbeit tatsächlich gemeinsame Zeit braucht. David erläutert, wie sich Termine streichen, durch asynchrone Kommunikation ersetzen oder mit Facilitation produktiver gestalten lassen. Marco hinterfragt, ob Workshops und Videobotschaften organisatorische Probleme lösen oder Arbeit nur anders verteilen. Die beiden diskutieren Einladungsregeln, Brainwriting, Vorbereitung und klare Verantwortung zwischen Terminen. Dabei wird deutlich, wo ihre Vorstellungen von guter Zusammenarbeit auseinanderliegen. Weitere Themen sind KI als Sparringspartner, der Nutzen und die Risiken von Meetingtranskripten sowie sozialer Austausch jenseits reiner Informationsvermittlung.
00:00–08:30 | Zusammenarbeit jenseits des Agilitätslabels
Enttäuschte Erwartungen an agile Methoden bilden den Ausgangspunkt für Davids Blick auf Gruppenarbeit.08:30–15:22 | Welche Meetings weiterhin sinnvoll sind
Sensible Nachrichten und soziale Verbindung rechtfertigen gemeinsame Zeit auch ohne unmittelbaren Arbeitsauftrag.15:22–20:50 | Ziele, Moderation und verbindlicher Abschluss
Check-in und Check-out helfen, gemeinsam anzukommen und Aufgaben mit Zuständigkeiten zu klären.20:50–24:50 | Kalenderhoheit und Einladungskultur
Marco verteidigt selbstbestimmte Zeitplanung; David setzt auf gemeinsame Regeln für das Einladen.24:50–30:57 | Hierarchie, Ablenkung und Brainwriting
Stille Schreibphasen verhindern, dass die erste Wortmeldung der Führungskraft alle weiteren Ideen prägt.30:57–35:44 | Serientermine probeweise abschaffen
Ein befristeter Verzicht zeigt, welche Abstimmungen tatsächlich fehlen.35:44–44:48 | Text, Video und der Aufwand für Empfänger
Lesbarkeit, visueller Kontext und auffindbare Dokumentation bestimmen, welcher Kommunikationskanal im jeweiligen Fall passt.44:48–49:45 | Vom Gespräch zum moderierten Arbeitsformat
Die Phasen Ankommen, Zusammenarbeiten und Abschließen geben auch komplexen Aufgaben eine bearbeitbare Struktur.49:45–01:01:20 | Vorbereitung und Fortschritt zwischen Terminen
Unterschiedliche Denkweisen treffen auf Marcos Forderung nach klaren Rollen und eigenständiger Vorarbeit.01:01:20–01:03:58 | KI als Ideengeber im Workshop
Vorschläge dienen als Anregung und werden vor der Diskussion eigenständig ausgewählt.01:03:58–01:09:01 | Transkripte zwischen Nutzen und Profilbildung
Zusammenfassungen entlasten Abwesende; dauerhaft gespeicherte Gesprächsdaten werfen zusätzliche Fragen auf.01:09:01–01:17:32 | Sozialer Zusammenhalt und offene Begegnungsformate
Gemeinsame Pausen und persönliche Check-ins machen Begegnung jenseits fachlicher Aufgaben möglich.
Den Podcast gibt es unter anderem auf Spotify, Apple Podcast, SoundCloud und als Video auf YouTube.
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