#126 Wie gelingt Teamwork, Prof. Ingo Hamm?
Luisa Lazarovici
TL;DR
Teamwork gelingt mit der richtigen Haltung – ob Homeoffice oder Büro ist zweitrangig, entscheidend ist die Qualität der Zusammenarbeit.
Führung heißt, stille Motive zu verstehen – Menschen folgen nicht Fakten, sondern unbewussten Bedürfnissen nach Sicherheit, Zugehörigkeit oder Freiheit.
Reaktanz stoppt Wandel – wer Wahlfreiheit gewährt und sie dann wieder einschränkt, löst psychologische Gegenwehr aus.
Hybride Teams brauchen neue Kommunikationskompetenz – asynchrone Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn Menschen schreiben, denken und führen können.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Ingo Hamm, Wirtschaftspsychologe und Autor geht Marco dem Kern von Teamwork im hybriden Zeitalter nach. Ausgangspunkt ist Hamms neues Buch „Kettensprenger“, das die Frage stellt: Wie arbeiten Menschen wirklich zusammen, wenn Freiheit, Motivation und Organisation in Bewegung geraten?
Hamm beschreibt den Wandel von hierarchischer Kontrolle zu psychologischem Verständnis: Teams sind keine Maschinen, sondern Gefüge aus Motiven – Macht, Zugehörigkeit, Individualität. Er zeigt, warum Homeoffice-Debatten am Symptom kratzen, während der Kern die Beziehung zwischen Menschen bleibt. Zwischen Remote-Work, Reaktanz und stillem Widerstand skizziert er eine neue Führungsaufgabe: Orientierung geben, ohne Autonomie zu nehmen.
00:00 – 02:07 | Vom Berater zum Wirtschaftspsychologen
Ingo über Erfahrungen zwischen Faktenlogik der Beratung und politischer Realität im Konzern.09:14 – 12:58 | Stille Motive: Macht, Zugehörigkeit, Individualität
Warum Motivation selten sichtbar ist – und Führung bedeutet, unter die Oberfläche zu blicken.15:09 – 19:52 | Die gesprengten Ketten der Arbeit
Homeoffice, Freiheit und die Illusion, dass Produktivität ortsunabhängig wäre.19:52 – 26:21 | Reaktanz: Wenn Freiheit entzogen wird
Psychologische Dynamiken, wenn Menschen spüren: „Man nimmt mir meine Wahl.“26:21 – 34:16 | Zurück ins Team, nicht zurück ins Büro
Warum echte Zusammenarbeit mehr ist als Präsenzpflicht – und was Führung daraus lernen muss.34:16 – 39:28 | Warum Teams sich kaum treffen
Statistik und Ironie: Selbst gut gemeinte Flexibilität zerstört gemeinsame Lernmomente.42:17 – 47:59 | Sinn, Motivation und struktureller Wandel
Warum nicht jeder Job sinnstiftend ist – und was faire Kommunikation in der Transformation heißt.50:07 – 54:26 | Service-based Leadership
Führen als Dienstleistung: Rahmen schaffen, Bürokratie beseitigen, Ressourcen sichern.57:29 – 59:16 | Führung in Extremsituationen
Situativ führen zwischen klarer Ansage und gemeinsamer Beratung.01:03:04 – 01:07:08 | Fünf Motivationstypen im hybriden Arbeiten
Von Verweigerern bis Essentialisten – wie Homeoffice-Motive Kultur prägen.01:10:30 – 01:12:45 | Ich vs. Wir
Warum Teams mindestens 60 % „Wir“ brauchen, um zu funktionieren.01:14:16 – 01:18:20 | Manager vs. Leader
Kompetenz, Motivation und die Kunst des situativen Führens.01:20:10 – 01:22:32 | Konfliktfähigkeit als Kernkompetenz
Warum gute Führung ohne Konfrontation nicht auskommt.01:22:32 – 01:26:00 | Asynchrone Kommunikation lernen
Wie Teams Schreiben, Tools und Zeit neu denken müssen, um hybrid zu bestehen.
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