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#129 Was mache ich, wenn mir alles zu viel wird, Prof. Eva Asselmann?

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Inspirierende Veröffentlichungen, kurze Einblicke in unser Denken, Anreize zum Nachdenken - all dies bietet dieser Blog als Sammlung zu den Themen Entrepreneurship, Management und Leadership. 

#129 Was mache ich, wenn mir alles zu viel wird, Prof. Eva Asselmann?

Luisa Lazarovici

TL;DR

  • Das Gefühl von „mir ist alles zu viel“ ist oft kein persönliches Versagen, sondern eine Folge von Beschleunigung, Verdichtung und permanenter Vergleichbarkeit.

  • Kontrolle hilft nur begrenzt: Entscheidend ist nicht, alles im Griff zu haben, sondern zu unterscheiden, was wir beeinflussen können – und was nicht.

  • Zwischen Selbstoptimierung und Orientierungslosigkeit verlieren viele Menschen den Kontakt zu den eigenen Grenzen, Werten und Beziehungen.

  • Ein tragfähiger Ausweg entsteht durch Selbstwirksamkeit statt Ohnmacht, Haltung statt Anpassung und Loslassen statt Daueranspannung.

In der aktuellen Folge spricht Marco mit Prof. Dr. Eva Asselmann über ein Lebensgefühl, das viele kennen und oft fälschlich für ihr privates Problem halten: das Gefühl, dass alles zu schnell, zu viel und zu unübersichtlich geworden ist. Ausgangspunkt ist Evas Buch Too Much – Warum wir Kontrolle suchen und Kraft im Loslassen finden“. Gemeinsam schauen sie auf die systemischen Ursachen moderner Überforderung: Beschleunigung, Reizdichte, Negativität, Unsicherheit, Selbstoptimierung, Einsamkeit und die Schwierigkeit, in einer offenen Welt den eigenen Platz zu finden.

Eva beschreibt dabei keine Kulturkritik aus Distanz, sondern eine psychologische Landkarte für den Alltag. Warum unser Gehirn an Benachrichtigungen hängen bleibt. Warum Wahlfreiheit nicht nur befreiend, sondern auch erschöpfend sein kann. Warum wir oft an Perfektion leiden, obwohl in Wahrheit Fehlermanagement viel wichtiger wäre als Fehlervermeidung. Und warum Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstwirksamkeit zentrale Ressourcen bleiben – gerade in Arbeitswelten, die sich durch Digitalisierung und KI weiter beschleunigen.

Besonders spannend wird es, wenn man die gängige Logik umdreht: Nicht Konfliktfreiheit ist das Ziel, sondern Konfliktfähigkeit. Nicht totale Kontrolle, sondern kluge Fokussierung. Nicht positives Wegdrücken, sondern Annehmen ohne Dramatisieren. So wird aus dem diffusen „too much“ ein konkreter Denk- und Handlungsrahmen für Menschen, Teams und Führung.

  • 00:00–01:47 | Warum „mir ist alles zu viel“ mehr als ein individuelles Gefühl ist Eva Asselmann beschreibt Überforderung als weit verbreitetes Lebensgefühl unserer Zeit – nicht als Privatversagen, sondern als systemisches Phänomen.

  • 02:31–05:23 | Beschleunigung, Verdichtung, Vernetzung Von Industrialisierung bis Internet: Wie sich das Leben vom natürlichen Takt gelöst hat und warum Tempo heute nicht nur schneller, sondern komplexer und fragiler geworden ist.

  • 05:23–09:10 | Reizüberflutung, Temperament und die Stressoren unserer Zeit Welche Rolle Persönlichkeit, Alter und Gewöhnung spielen – und warum Tempo, Negativität, Orientierungslosigkeit, Selbstoptimierung und Einsamkeit zusammen ein „too much“-Gefühl erzeugen.

  • 09:24–12:48 | Grenzen erkennen statt alles priorisieren wollen Warum Klarheit nicht nur heißt, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, sondern auch das realistisch Machbare von der eigenen Überforderung zu unterscheiden.

  • 12:48–15:22 | Das Leben von hinten denken Warum die Perspektive der Endlichkeit hilft, Leistung neu einzuordnen – und weshalb erfülltes Leben mehr mit Beziehungen und Gegenwart als mit Status und Zielerreichung zu tun hat.

  • 15:22–19:38 | Social Media, Aufmerksamkeit und Dopamin Was TikTokisierung, Benachrichtigungen und intermittierende Verstärkung mit unserem Gehirn machen – und warum der blaue Punkt im Postfach so schwer zu ignorieren ist.

  • 20:10–24:41 | Unsicherheit, Wahlfreiheit und der Druck, richtig zu entscheiden Warum Freiheit nicht nur Möglichkeit, sondern auch Last sein kann – und weshalb unser Gehirn mit zu vielen Optionen schnell in Grübeln und Reue kippt.

  • 24:49–30:14 | Maximizer vs. Satisficer Warum die Suche nach der perfekten Entscheidung eine Illusion bleibt – und wieso ein pragmatisches „gut genug“ oft klüger, energiesparender und entwicklungsfähiger ist.

  • 30:14–32:37 | Flow, Stärken und selektive Ignoranz Wie Fokus entsteht, warum Ablenkung Flow zerstört und weshalb erfüllende Arbeit eher aus Stärken als aus permanentem Schwächenmanagement wächst.

  • 32:37–36:34 | Die Falle der Selbstoptimierung Wann Entwicklung sinnvoll ist – und wann sie in ein rastloses Hinterherlaufen nach fremden Idealen kippt, die gar nicht zu den eigenen Werten passen.

  • 36:34–41:45 | Orientierung, Identität und Zugehörigkeit Warum die offene Gesellschaft mehr Freiheit bringt, aber auch mehr Energie kostet – und wie Werte helfen können, sich selbst und das eigene soziale Umfeld bewusster zu ordnen.

  • 41:45–46:40 | Einsamkeit, Ersatzorientierungen und moderne Gemeinschaften Was passiert, wenn klassische Sinn- und Zugehörigkeitsräume wegbrechen – und warum Fitness, Ernährung oder Trends heute oft Funktionen übernehmen, die früher Milieus oder Religionen hatten.

  • 46:40–51:32 | Arbeit, Sinn und soziale Zugehörigkeit im Unternehmen Warum Menschen nicht nur an Aufgaben, sondern oft an fehlender Wertschätzung, kultureller Fremdheit und gestörter Zusammenarbeit ermüden – und weshalb Gemeinschaft ein Produktivitätsfaktor ist.

  • 51:32–57:15 | Führung, Wertschätzung und die Frage nach Haltung Wie blinde Flecken, Hierarchie und fehlendes Gesehenwerden Frust erzeugen – und warum gutes Feedback nicht nur Defizite markiert, sondern Stärken sichtbar macht.

  • 57:15–01:01:56 | Loslassen, Selbstwirksamkeit und Vertrauen Warum Loslassen nicht Kapitulation bedeutet, sondern Konzentration auf das, was wirklich beeinflussbar ist – und wie Führungskräfte Selbstvertrauen und Zutrauen stärken können.

  • 01:01:56–01:05:29 | Gefühle annehmen statt positiv überpinseln Warum Affirmationen allein nicht tragen – und weshalb ein nüchternes Annehmen von Angst, Anspannung oder Unsicherheit oft wirksamer ist als positives Wegreden.

  • 01:05:29–01:08:58 | Haltung zeigen und im Kleinen üben Wie Menschen lernen können, ihre Sicht einzubringen, ohne zu eskalieren – und warum authentischer, gut formulierter Gegenwind oft mehr Respekt erzeugt als Anpassung.

  • 01:08:58–01:11:01 | Gelernte Hilflosigkeit und kleine Wirksamkeitserfahrungen Wie Ohnmacht entsteht, wenn Handeln scheinbar keinen Effekt mehr hat – und warum konkrete, machbare Schritte der wichtigste Ausweg sind.

  • 01:11:01–01:16:06 | KI zwischen Selbstwirksamkeit und neuer Spaltung Warum künstliche Intelligenz ein Verstärker sein kann: für Menschen, die bereits handlungsfähig sind – und zugleich eine neue Schere öffnet, wenn Kompetenzen fehlen.

  • 01:16:06–01:20:53 | KI als Beziehungspartner? Konfliktfähigkeit statt Konfliktvermeidung Warum KI oft angenehmer wirkt als Menschen – und weshalb gerade darin eine Gefahr liegt: Reibung ist belastend, aber menschliche Entwicklung braucht nicht Konfliktfreiheit, sondern Konfliktfähigkeit.

  • 01:20:53–01:22:12 | Mehr zu Eva Asselmann und ihrem Buch Zum Abschluss verweist Eva auf ihre Website und auf ihr Buch Too Much.

    Den Podcast gibt es unter anderem auf Spotify, Apple Podcast, SoundCloud und als Video auf YouTube.
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Links zu Prof. Dr. Eva Asselmann

Foto Credit Eva Asselmann: Silke Weinsheimer